Wechseln viele Polizisten jetzt bald den Job?

«Wir sollten hoheitliche Aufgaben nicht ohne Not in private Hände geben.» | Parlament
«Wir sollten hoheitliche Aufgaben nicht ohne Not in private Hände geben.» | Parlament

Der Präsident des Berner Polizeiverbandes befürchtet eine Abwanderung von Polizisten zu den Versicherungen. Grund ist die neue gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Versicherten (ATSG).

Nationalrat und Ständerat wollen Sozialversicherungen mehr Möglichkeiten geben, um Missbrauch von Leistungen aufzudecken. Die Skepsis über die Gesetzesänderung für die Überwachung von Versicherten (ATSG) wächst aber offenbar bei der Polizei. Dies sagte Adrian Wüthrich gegenüber der Zeitung «Blick».

Für den Nationalrat, der den Berner Polizeiverband präsidiert, ist es «absehbar, dass das neue Gesetz die Polizeibestände weiter schwächt.» Der Grund: Die neue Verordnung verlangt, dass die neuen Versicherungsdetektive «über eine Polizeiausbildung oder eine gleichwertige Ausbildung» und über eine «mindestens zweijährige Berufserfahrung in der Personenüberwachung» verfügen.

Interesse an lange dauernden Observationen

«Das könnte für die Polizeikorps zum Bumerang werden», erklärte der 38-jährige SP-Politiker der Zeitung. Für ihn bestehe das Risiko, dass die Versicherungen gut und teuer ausgebildete Polizisten abwerben. Um diese Leute zu ersetzen, müsse wieder viel Aufwand betrieben werden, so der Berner.

Adrian Wüthrich hält es daher für sinnvoller, wenn das Gesetz überarbeitet werde und die Überwachung in Polizeihänden bleibe. Denn private Ermittler hätten aus finanziellen Gründen ein Interesse an möglichst lange dauernden und intensiven Observationen. Polizeibeamte hingegen würden für eine unabhängige und verhältnismässige Umsetzung sorgen.

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