Ein Ex-Offizier im Dienst der Zivildienst-Revisions-Gegner

Ein ehemaliger Offizier sieht die viele tote Zeit als Soldat im WK viel unnützer und angenehmer, als in einem Hang Holzarbeiten durchzuführen. | Zivildienst (Foto: Arno Balzarini)
Ein ehemaliger Offizier sieht die viele tote Zeit als Soldat im WK viel unnützer und angenehmer, als in einem Hang Holzarbeiten durchzuführen. | Zivildienst (Foto: Arno Balzarini)

Andreas Mörker war Zugführer bei der Schweizer Armee. Nun kämpft der inzwischen Zivildienstleistende an vorderster Front gegen das «7-Punkte-Programm» des Bundesrates. 

Der Bundesrat müsse nicht überlegen, wie der Zivildienst unattraktiver gemacht werden, sondern wie die Armee attraktiver gestaltet werden könne. Dies sagt Andreas Mörker, ausgehobener Sanitätssoldat, ehemaliger Offizier und heute Zivildienstleistender. Seine Erfahrungen in der Armee seien nicht pauschal negativ. «Mein Grund für einen Wechsel zum Zivi nach vier bestrittenen Wiederholungskursen war die oft teilweise Sinnlosigkeit von Aufgaben und die chaotische Organisation der WK.»

Als Zugführer hatte er laut eigenen Angaben während vier Wochen im Jahr jeweils nur Ärger und Frust aufgrund (unfähiger) Berufsoffiziere und unnötiger Beübung der Milizkader. Ein tragischer Unfall war dann ausschlaggebend für den definitiven Wechsel, wird Mörker weiter in einer Mitteilung an die Medien zitiert. Als Zivildienstleistender habe man einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft, so der ehemalige Milizoffizier.

Gegner drohen mit Referendum

Das Argument, dass der Zivildienst viel einfacher oder angenehmer sei, finde er, zähle nicht. Nach einem Arbeitstag im Bereich Naturschutz sei er mindestens so kaputt, wie wenn er den ganzen Tag Gewehr und Vollpackung durch die Gegend getragen habe. «Die viele tote Zeit als Soldat im WK sehe ich viel unnützer und angenehmer, als in einem Hang Holzarbeiten durchzuführen.»

Heute kämpft Andreas Mörker deshalb an vorderster Front gegen die geplante Revision des Zivildienstgesetzes (ZDG). So war der ehemalige Milizoffizier auch an einer Pressekonferenz anwesend, die vom Schweizerischen Zivildienstverband Civiva, von Männer.ch, von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und vom Verein Konkret am Montag durchgeführt wurde. Die Gruppe prangert die geplante Revision des Zivildienstgesetztes an.

Das Projekt schade der Wirtschaft, den Zivildienstleistenden und der ganzen Gesellschaft, so die Argumente. Ein Dorn im Auge der Gegner sind vor allem die 150 Zivildiensttage, unabhängig von den noch verbleibenden Diensttagen im Militär. Falls das Projekt nicht tiefgreifend verbessert werde, wolle Civiva das Referendum ergreifen, heisst es in einer Mitteilung.

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