Cyber-Kompanie EKF RS 64: Achtung!

Auf dem Waffenplatz Jassbach werden künftig Cyber-Soldaten ausgebildet | Screenshot VBS
Auf dem Waffenplatz Jassbach werden künftig Cyber-Soldaten ausgebildet | Screenshot VBS

Ab heute rekrutiert die Schweizer Armee erstmals «Cyber-Verteidiger». Die Ausbildung richtet sich auch an Rekruten mit Sprachkenntnissen wie Russisch, Ukrainisch, Chinesisch oder Koreanisch.

Mit dem Start der Rekrutenschule (RS) am Montag führt die Armee erstmals einen Pilot-Lehrgang im Bereich «Cyber» durch. Die definitive Zulassung der rund ein Dutzend Rekruten erfolge zu Beginn der RS – nach dem Bestehen des Assessments. Das Ziel der neuen Ausbildung sei es, die Informations- und Kommunikationssysteme und -infrastrukturen der Armee vor Angriffen zu schützen und Cyber-Angriffe abzuwehren.

Der Lehrgang dauert 40 Wochen und findet an der Elektronischen Kriegführung-Schule 64 (EKF S 64) auf dem Waffenplatz Jassbach im Emmental statt. Die EKF S 64 ist die Ausbildungsstätte der Funkaufklärer der Armee. Kommandant ist Oberst im Generalstab Patrik Anliker. Das Programm umfasst 800 Stunden Theorie und Praxis.

Abschluss mit Berufsprüfung möglich

Die Ausbildung sollen hauptsächlich Cyber-Spezialisten der Armee übernehmen. Die Armee stehe aber auch im Kontakt mit mehreren Hochschulen, die einzelne Module im allgemeinen beziehungsweise theoretischen Teil anbieten könnten.

Der Lehrgang kann mit einer Berufsprüfung zum «Cyber Security Specialist» mit eidgenössischem Fachausweis abgeschlossen werden, heisst es weiter. Zudem sei eine akademische Anerkennung mittels ECTS-Punkten zurzeit in Abklärung. Ab dem Frühling 2019 soll der Lehrgang dann zwei Mal jährlich stattfinden.

Weitermachen ist Pflicht

Der Ausbildungsstoff könne nicht in einer RS von 18 Wochen vermittelt werden. Aus diesem Grund sei die Ausbildung von 40 Wochen zum Wachtmeister die Regel und die Bereitschaft zum «Weitermachen» eine zentrale Voraussetzung.

Anforderungen

  • Fachleute mit abgeschlossener Lehre als Informatiker/-in EFZ, Mediamatiker/-in EFZ, ICT-Fachfrau/ICT-Fachmann EFZ.
  • Maturanden mit Schwerpunkt in naturwissenschaftlichen Fächern.
  • Studenten (Fachrichtungen Informatik, Physik, Mathematik, Elektrotechnik, Automation oder/und Pädagogik).
  • Personen, welche sich autodidaktisch umfassende Kenntnisse im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) / Cyber erworben haben.
  • Bereitschaft, die Ausbildung zum Wachtmeister zu absolvieren.
  • Geeignete Persönlichkeit: überdurchschnittliche Auffassungsgabe, belastbar, verschwiegen, verantwortungsbewusst.
  • Ausserordentliche Motivation, um den anspruchsvollen Inhalt zu meistern.
  • Erweiterte Personensicherheitsprüfung bestanden.
  • Sprachen: Englisch, sowie Deutsch oder Französisch, mit guten passiven Kenntnissen einer jeweils anderen Landessprache.
  • Optional sind besondere Sprachkenntnisse, wie z. B. Russisch, Ukrainisch, Chinesisch, Koreanisch.

Mehr zum Inhalt und Aufbau des Cyber-Lehrgangs hier (offizielle Seite der Schweizer Armee).

 

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