Europaweit ein Novum: Diese Stadt setzt auf intelligente Videoüberwachung

Das Führungs- und Lagezentrum, in dem die Videoüberwachung erfolgt. | Stadt Mannheim
Das Führungs- und Lagezentrum, in dem die Videoüberwachung erfolgt. | Stadt Mannheim

Eine neue Videoüberwachung macht die Bekämpfung der Strassenkriminalität effizienter und trägt zur Stärkung der Sicherheit in der deutschen Stadt Mannheim bei. Die neue Technik nutzt Methoden der Künstlichen Intelligenz.

Am Montag erfolgte in der deutschen Stadt Mannheim der Startschuss der neuen Technik für die intelligente, algorithmenbasierte Videoüberwachung. Das Überwachungssystem arbeitet nicht auf der Grundlage der Gesichtserkennung. Sie ermöglicht vielmehr eine automatische Bildauswertung. Das heisst: Bestimmte Verhaltensmuster, die auf Straftaten hindeuten, werden über entsprechende Algorithmen erkannt und sofort im Lagezentrum der Polizei gemeldet. Dazu gehören etwa Schlagen, Rennen, Treten oder Hinfallen.

Die Polizei kann auf diese Weise schnell und an ausgewählten Brennpunkten eingreifen und dabei zukünftig Ressourcen sparen, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt. Die neue Technik basiert auf den Kameras und einem lernenden Computeralgorithmus. Es wurde vom Fraunhofer-Institut für Optotronik, Systemtechnik und Bildauswertung entwickelt.

Mannheim setzte bereits einmal auf Überwachungskameras

Mit der neuen Technik ist Baden-Württemberg europaweit Vorreiter in Sachen Sicherheitspolitik im digitalen Zeitalter. Zunächst startete die Videoüberwachung am Hauptbahnhof. Weitere Kriminalitätsbrennpunkte sollen innerhalb der kommenden Monate und Jahre folgen. Mannheim investiert 900’000 Euro für das System. Baden-Württemberg beteiligt sich mit weiteren 700’000 Euro.

Bei der polizeilichen Nutzung der Überwachungstechnik handelt es sich europaweit um ein Novum. Geplant ist, dass 72 Kameras verschiedene Plätze in der Innenstadt und dem Stadtteil Neckarstadt fokussieren. Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Die Stadt Mannheim setzte bereits von 2001 bis 2007 auf Überwachungskameras im öffentlichen Raum und konnte damit die Kriminalitätsrate um bis zu 70 Prozent reduzieren.

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