GAV Sicherheitsbranche: Verhandlungen stecken fest

Die Erneuerung des bis Mitte 2019 gültigen Gesamtarbeitsvertrags für die Sicherheitsbranche ist gefährdet. | Pixabay
Die Erneuerung des bis Mitte 2019 gültigen Gesamtarbeitsvertrags für die Sicherheitsbranche ist gefährdet. | Pixabay

Die Gewerkschaft Unia und der Verband der privaten Sicherheitsdienstleister (VSSU) streiten sich um die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages.

Der momentan gültige Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der privaten Sicherheitsdienstleistungs-Branche läuft per Ende Juni 2019 aus. Der Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen (VSSU) und die Gewerkschaft Unia haben deswegen vor fast zwei Jahren neue Verhandlungen aufgenommen.

Diese stecken momentan aber fest. Denn die Branchenkonferenz der Unia hat den Vorschlag des VSSU einstimmig abgelehnt. Die Gewerkschaft bemängelt laut einer Mitteilung insbesondere das «Lohndumping», das zwischen den verschiedenen Lohnkategorien der Branche überhandnehme. Ebenso enthalte der GAV keine Massnahmen gegen die Überschreitung der Wochenarbeitszeit von 50 Stunden.

Unia startet eine Petition

Ein weiterer Streitpunkt ist die offenbar fehlende Anerkennung der Ausbildung, welche die Arbeitgeber laut der Unia zurückweisen. «Während die Unternehmen selbst die fehlende Regulierung der Branche auf nationaler Ebene beklagen, stellen sie sich dennoch hartnäckig gegen die Förderung der Ausbildung auf paritätischer Ebene», schreibt die Gewerkschaft.

Die Unia ruft nun zu dringlichen Neuverhandlungen auf und verlangt dringliche Massnahmen, um einen vertragslosen Zustand ab Mitte 2019 zu verhindern. Die Gewerkschaft lanciert deshalb eine nationale Petition bei den rund 20’000 Sicherheitsangestellten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

VSSU: Ein klares Zeichen für die Sozialpartnerschaft

Der Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen (VSSU) bedauert diese Entwicklung. Der VSSU, dessen Mitglieder mehr als 85 Prozent der in der Branche aktiven Arbeitnehmer beschäftigen, will sich für eine Weiterführung des GAV einsetzen. Dies schreibt der Verband in einer Mitteilung. Die Mitglieder ständen zum GAV und kämpften insbesondere für die Einhaltung der Mindestlöhne.

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes mit sinkenden Preisen und Margen habe der Verband versucht, die Anliegen der Unia und der von ihr vertretenen Mitarbeitenden branchenverträglich aufzunehmen. Der VSSU halte insbesondere am bisherigen Lohnsystem fest: Dieses garantiere den allermeisten Mitarbeitenden alljährlich automatische Lohnerhöhungen. Der Branchenverband sei der Meinung, ein klares Zeichen für die Sozialpartnerschaft gegeben zu haben.

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