Tessiner Grenzwachtkorps: «Verdacht auf Vermögensdelikt»

Die Militärjustiz bestätigt erstmals offiziell die Untersuchungen gegen zwei Angehörige des Tessiner Grenzwachtkorps (GWK).

Die Militärjustiz hat eine Voruntersuchungen beim Tessiner Grenzwachtkorps (GWK) eingeleitet. Die im August 2018 vorläufige Beweisaufnahme habe ergeben, dass ein hinreichender Anfangsverdacht auf ein Vermögensdelikt bestehe, schreibt die Militärjustiz am Dienstag in einer Mitteilung.

Konkret hat die Militärjustiz nun gegen zwei Angehörige des GWK der Region IV je eine Voruntersuchung eröffnet. Der Oberauditor sei diesem Antrag gefolgt. Untersucht werde im Zusammenhang mit «finanziellen Unregelmässigkeiten».

«Schwarzes Kässeli»?

Um was es genau geht, darüber macht die Militärjustiz wie üblich in solchen Fällen keine Angaben. Mehrere Tessiner Medien kolportieren seit längerem, dass es bei den Untersuchungen unter anderem um ein «schwarzes Kässeli» geht. Dabei sollen Führungskräfte des Tessiner Grenzwachtkorps Bargeld aus Bundesgeldern nach ihrem eigenen Ermessen verwaltet haben.

Der Bundesrat machte vor kurzem in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aber keine Angaben über das Vorhandensein und Bewirtschaftung einer allfälligen ‹Kasse›. Die Existenz ist mit folgendem Satz aber nicht ganz ausgeschlossen: «Bis zum heutigen Zeitpunkt sind keine weiteren Kassen dieser Art in der EZV bekannt».

Sind Gelder an eine Stiftung geflossen?

Zudem berichteten die italienischsprachigen Medien, dass offenbar 150’000 Franken aus der Produktion des Films «Frontaliers» zur Stiftung React geflossen sein sollen. Eine Institution, bei der Kommandant Mauro Antonini und Personalchef Davide Bassi zu den Gründungsmitglieder gehören. Auch zu dieser angeblichen Schenkung nahm der Bundesrat keine Stellung.

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