Ein Tessiner Grenzwächter bricht das Schweigen

Drogentests oder willkürliche Versetzungen bei der Tessiner Grenzwache. | EZV
Drogentests oder willkürliche Versetzungen bei der Tessiner Grenzwache. | EZV

Die Gründe der laufenden Untersuchungen im Tessin bleiben nach wie vor im Dunkeln: Aussagen eines Mitarbeiters der Grenzwachtregion IV bringen aber mehr Details ans Licht.

Noch ist vieles unklar, was bei der Tessiner Grenzwachtregion in den letzten Monaten genau vorgefallen ist. Klar ist: Es läuft eine Administrativuntersuchung, auch die Militärjustiz untersucht. Ebenso ist bekannt, dass Kommandant Mauro Antonini und Personalchef Davide Bassi nach der Bern abkommandiert wurden.

Einerseits ist da die Geschichte von einem «schwarzen Kässeli». Anderseits geht es um das angeblich schlechte Klima im Tessiner Grenzwachtkorps (GWK). Der Unmut sei nach wie vor gross, sagt jetzt ein Grenzwächter der «Basler Zeitung». Die Rede ist von einem «Willkürregime», das Bassi aufgebaut habe, gar von «Psychoterror». Der anonyme Grenzwächter schildert dem Blatt ein paar Beispiele aus dem Arbeitsalltag:

  • Verbesserungsvorschläge wurden von Bassi systematisch unterdrückt und sogar bestraft. So seien in mehreren Fällen Grenzwächter von einem Tag auf den andern zu anderen Posten geschickt worden. Für die Betroffenen bedeute dies oft zweistündige Anfahrten per Auto vor Dienstantritt. Familienväter hätten sich deshalb extra ein Zweitauto anschaffen müssen.
  • Auf Krankheitsfälle im familiären Umfeld und damit verbundene Anträge auf Rückversetzung habe der Personalchef keinerlei Rücksicht genommen.

Der Grenzwächter berichtet zudem von Alkohol- und Drogentests an Korpsangehörigen: Die Tests seien ohne Vorliegen von Verdachtsmomenten durchgeführt worden; sämtliche Resultate der Drogen- und Alkoholtests waren laut dem Grenzwächter aber negativ.

Kommt es zum Aufstand?

Für den Mann ist klar: Sollten Kommandant Antonini und Personalchef Bassi wieder auf ihre früheren Posten ins Tessin zurückkehren, komme es in der Grenzwachtregion IV zum Aufstand, sagt er gegenüber der BaZ. Die Tessiner Grenzwachtregion zählt knapp 300 Mitarbeitende. Offenbar über 200 haben in einem Beschwerdebrief im Sommer ihren Unmut über das schlechte Dienstklima geäussert.

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