Wallis bietet neu auch Strafvollzug für Frauen an

Neubauten, Umnutzungen und Sanierungen: Das aktuelle Vollzugssystem im Wallis soll reformiert werden. | Kanton Wallis
Neubauten, Umnutzungen und Sanierungen: Das aktuelle Vollzugssystem im Wallis soll reformiert werden. | Kanton Wallis

Im Rahmen der neuen Walliser Strafvollzugsstrategie sind ein Drittel mehr Plätze vorgesehen – unter anderem für Frauen sowie für die Betreuung von Inhaftierten mit stationären therapeutischen Massnahmen. 

Derzeit liegt die Strafvollzugskapazität des Kantons Wallis bei 268 Plätzen. Diese Einrichtungen in Brig, Crêtelongue, Pramont und Sitten sind ausgelastet und veraltet. Dies zeige ein «wahres Problem der öffentlichen Sicherheit». Nun soll die Strafvollzugskapazität erhöht werden: auf insgesamt 365 Plätze, wie der Kanton Wallis am Montag mitteilte. 

Gleichzeitig sollen dadurch 80 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Investitionen veranschlagt der Kanton auf insgesamt 90 Millionen Franken, davon zwei Drittel zulasten des Kantons und ein Drittel zulasten des Bundes. Die Umsetzung der Strafvollzugsstrategie «Vision 2030» sei in vier Etappen über die nächsten zehn Jahre geplant.

Erhebliche Synergien werden zudem mit den Kantonen des lateinischen Konkordats entwickelt werden, wie es weiter heisst. Dessen Konferenz der Departementsvorsteher habe das Gesamtprojekt begrüsst und genehmigt.

  • Strafanstalt Crêtelongue: Bau eines neuen Zellentrakts mit 80 Plätzen, Zentrum für den Strafvollzug mit niedriger und erhöhter Sicherheitsstufe, Nebengebäude mit 24 Plätzen für die Halbgefangenschaft und das Arbeitsexternat, aktuelles Zentrum für Ausschaffungshaft wird für geschlossene Werkstätten umgenutzt.
  • Inhaftierte mit stationären therapeutischen Massnahmen: Bau eines neuen Zentrums mit 30 Plätzen im Umkreis von Crêtelongue.
  • Gefängnis Sitten: Im Wesentlichen weiterhin der Untersuchungshaft für Männer, Flügel für die Untersuchungshaft und neuer Strafvollzug für Frauen, alle Tätigkeiten des medizinischen Dienstes an einem Ort, neue Verhörräume, Warteräume und zusätzliche Werkstätten, neues Gebäude für die Administrativhaft mit einer Kapazität von 20 Plätzen.
  • Erziehungsanstalt Pramont: Schaffung drei neuer Wohneinheiten mit sechs Plätzen, das heisst insgesamt 18 zusätzliche Plätze, Bau neuer Werkstätten sowie die Sanierung des Standortes.
  • Gefängnis Brig: Wird bereits einer Sanierung unterzogen, Erhalt als Untersuchungshaftzentrum.
  • Gefängnis Martinach: endgültige Schliessung.

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