Stadtpolizei Zürich: Ein Drittel der Personenkontrollen sind Treffer

Stadtpolizei Zürich: Vorreiterrolle bei der Auswertung von Personenkontrollen. | Pixabay
Stadtpolizei Zürich: Vorreiterrolle bei der Auswertung von Personenkontrollen. | Pixabay

Erstmals legt die Stadtpolizei Zürich genaue Zahlen und Gründe für Personenkontrollen vor.

Zwischen Februar und Juli 2018 wurden insgesamt 16’554 Personen von der Stadtpolizei Zürich kontrolliert. Macht pro Tag im Schnitt rund 90 Personen. In 31 Prozent der Fälle waren die Polizisten erfolgreich, wie die «NZZ» am Dienstag meldete. Anders ausgedrückt: In knapp 5’100 Fällen hat sich der Verdacht der Polizeibeamten als Treffer erhärtet.

Die Polizisten der Stadt Zürich begründen die Personenkontrollen wie folgt:

  • Verhalten und Erscheinung einer Person: von der Norm abweichendes Benehmen als häufigster Grund. 22 Prozent der 6’200 Kontrollen waren erfolgreich.
  • Konkrete Situation: In Zusammenhang mit einem Ereignis, 42 Prozent der Fälle waren Treffer.
  • Polizeiliche Lage und Bedrohung: Im Vordergrund stehen Grossanlässe wie die Street Parade, ein Fussballmatch, eine Bombendrohung oder saisonbedingte Delikte wie Einbrüche. Erfolgsquote etwas über 25 Prozent.
  • Objektive Erfahrungswerte: Kontrollen bei bekannten Deliktsorten, Erfahrungsschatz von Polizisten. Erfolgsquote: 24 Prozent.
  • Ausschreibungen und Fahndungen: Bezieht sich auf gesuchte Personen. Trefferquote bei fast 60 Prozent.

Smartphone-App als Hilfsmittel

«Oftmals sind es zwei oder drei Punkte, die dazu führen, dass jemand kontrolliert wird», sagt Markus Hollenstein der Zeitung, Chef des Sonderkommissariats der Zürcher Stadtpolizei.

Grundlage dieser Zahlen ist eine App, die seit Frühling im Einsatz ist. Alle Polizeibeamte müssen auf dem Smartphone den Grund für die Aktion protokollieren. Das Programm wurde von der Stadtpolizei Zürich eigenständig entworfen, ohne Zusatzkosten.

Transparenz geschaffen

Personenkontrollen sorgen immer wieder für rege Diskussionen. Oftmals gerät die Polizei in die Kritik, Racial Profiling zu betreiben.

Durch die App habe die Stadtpolizei grosse Transparenz geschaffen, wird Hollenstein in der NZZ weiter zitiert. «Diese hat vorher gefehlt.» Trotz Richtlinien zur Kontrollen wusste die Stadtpolizei nicht, wie viele Leute kontrolliert wurden. Zudem fehlten Angaben zu den Gründen.

 

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